Bernburger Ruderer im Finale der Deutschen Sprintmeisterschaft!

399 Tage –so lange ist das letzte Kräftemessen der Bernburger Ruderer her, damals war es der letzte Renntag der Ruder-Bundesliga Saison 2019, der endete mit einem Sieg über das Sprintteam Mülheim. Doch zur Sprintmeisterschaft, dem einzigen Nationalen Titelkampf ging es für die Salzländer diesmal nicht im Achter, sondern im Vierer mit Steuerfrau. Und noch etwas war anders, statt der üblichen 350m wurde die Strecke um weitere 100m auf 450m verlängert, für Sprinter einhundertextrem lange Meter. Diese Überlänge spielt besonders Teams, welche auf der olympischen Distanz zu Hause sind in die Kar-ten. Direkt im Vorlauf wartete eine solche Crew auf das Team vom BRC, der Topfavorit und späterer Titelträger vom RTHC Bayer Leverkusen. Doch der Vierer von der Saalekonnten mit ihrer Startschnelligkeit direkt das gesamte Feld unter Druck setzen und überraschender Weise direkt im Vorlauf das Finalticket buchen. „Das hätte vor ein bis zwei Wochen niemand für möglich gehalten“ erzählt Bugmann Christopher Leinau und führt weiter aus: „Corona hat uns doch einen äußerst herben Schlag verpasst, in den letzten Zügen der Vorbereitung mussten wir aufgrund eines Infektionsfalls im Team noch einmal umbesetzen. “Die Wahl fiel auf Hannes Loerwald, der Sommerneuzugang hatte anfangs noch einige Probleme in der Anpassung an den Ruderstil, sodass die Teilnahme an der Sprint DM lange in Frage stand. „Erst am 30.09. haben wir uns endgültig für die Meldung entschieden, Hannes hat extrem schnell gelernt und wir sind daran auch als Team nochmal stärker zusammen gewachsen“, sagt Mittelschiffmotor Karl Zander. Die bisher nahezu kritikfrei organisierte Meisterschaft in Werder an der Havel, mit ihrem ausgeklügelten Hygienekonzept, offenbarte, zum Leidwesen der Bernburger, zum Finale ihre einzige technische Schwäche. Durch den Ausfall der Startanlage musste nun, statt wie üblich mit perfekt abgestimmter Ampel und Piepton, durch Fahne schwenken und Rufen des Schiedsrichters gestartet werden. „An sich ist der Umstand kein riesiges Problem, jedoch wird es immer kniffliger je uneingefahrener eine Mannschaft ist, die Gefahr zu spät loszufahren oder ungleichmäßig den ersten Schlag zu setzen ist sehr hoch. Um den perfekten Start zu setzen, haben uns leider die gemeinsamen Bootskilometer als auch ein gewisses Maß an Abgezocktheit gefehlt“, äußert sich Steuerfrau Elisa-Sophie Träger. Im Verlaufe des Rennens machten die Vorjahressieger aus Hameln und die mit Nationalmannschafts-Ruderern gespickten Leverkusener den Sieg unter sich aus, während im Rest des Finalfeldes ein spannender Kampf um Bronze entflammte. Der Rekord-Ligachampion aus Crefeld sicherte sich den letzten Medaillenplatz. Bernburg musste sich hinter Münster und Hannover mit Platz 6 zufrieden geben. „Wir sind dennoch glücklich, natürlich hätten wir gerne auf dem Podest gestanden, aber mit unseren Voraussetzungen ist die Finalteilnahme schon ein großer Erfolg, den uns nur wenige zugetraut hätten“, resümiert Schlagmann Lukas Nitzsche.

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